Antrag zum 77. Landeskongress

Antrag 203

der Jungen Liberalen Niedersachsen am 09./10. März 2019 in Osnabrück

Antragsteller: KV Göttingen, Rene Rahrt, LHG Niedersachsen


Status: [  ] angenommen [  ] nicht angenommen [  ] verwiesen an: ___________________________

Der 77. Landeskongress möge beschließen:

1#Digitalpakt Hochschule – programmbasierte Förderung
2deutscher Hochschulen

3In einer zunehmend digitalen Gesellschaft sind Hochschulen in der Verantwortung, als

4Innovationsmotor die digitale Transformation voranzutreiben.

5Hochschulen können dabei insbesondere als Experimentierräume für Digitalisierungsprojekte in

6den Bereichen Forschung, Studium und Lehre sowie Verwaltung verstanden werden.
7Erfolgreiche Digitalisierungsprojekte können anschließend auf einer gesamtgesellschaftlichen
8öffentlichen Ebene umgesetzt werden. Um den innerdeutschen Wettbewerb zwischen den
9Hochschulstandorten anzukurbeln und darüber hinaus für exzellente Konzepte ausreichende
10finanzielle Mittel für Sach- und Personalkosten vorzuhalten, ist ein Digitalpakt Hochschule als
11milliardenschweres Finanzierungsprogramm vom Bund für die Lehre an deutschen Hochschulen
12notwendig. Mit dem Digitalpakt Hochschule sollen nicht nur infrastrukturelle Maßnahmen
13finanziert werden, sondern auch insbesondere didaktische Konzepte für digitales Lehren und
14Lernen entwickelt, implementiert und vorangetrieben werden.

15 

16Sunset: 3 Jahre

17Begründung:

18 

19Deutsche Hochschulen werden insbesondere durch die Finanzhilfe der Länder finanziert. Von

202007 bis 2020 wurden und werden darüber hinaus Hochschulen in Deutschland durch drei
21Hochschulpakte vom Bund finanziell unterstützt. Grundlage für die Kofinanzierung ist eine
22Verwaltungsvereinbarung nach Art. 91b Abs. 1 GG von Bund und Ländern, um insbesondere
23den steigenden Studierendenzahlen gerecht werden zu können. Der aktuelle Hochschulpakt III
24läuft 2020 aus, Bund und Länder diskutieren aktuell über eine Verstetigung des Hochschulpaktes
25in unterschiedlichen Modellen. Die Hochschulrektorenkonferenz favorisiert dabei das sog. "Zwei
26Säulen-plus"-Modell, das den Hochschulen eine umfassend verwendbare und unbefristete
27Grundfinanzierung (Säule 1) sowie programmatisch ausgelobte Mittel (Säule 2) zur Verfügung
28stellt, die stetig aufwachsen (plus). Dabei soll vor allem die zweite Säule sicherstellen, dass
29Hochschulen um innovative Lösungen bei den Herausforderungen der Internationalisierung und
30Digitalisierung konkurrieren und dort wesentliche Fortschritte für die deutsche Forschungs- und
31Bildungslandschaft generieren.

32 

33Die Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland konnten bisher nur zaghafte Fortschritte bei

34der digitalen Transformation in den Bereichen Forschung, Studium und Lehre sowie Verwaltung
35verzeichnen und zeichnen sich durch sehr divergente Strategien darin aus. Um europäisch und
36international konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die deutschen Hochschulen endlich groß
37angelegte Digitalisierungsprojekte anstoßen und vor allem im Bereich Studium und Lehre
38Fortschritte erzielen. Als Antrieb soll dazu der hier vorgestellte Digitalpakt Hochschule dienen,
39der als milliardenschweres Finanzprogramm im Sinne der zweiten Säule die Digitalisierung der
40Hochschulen anschiebt. Die Exzellenzstrategie kann dazu nur einen bedingten Beitrag leisten,
41denn nur exzellente Universitäten und Fachhochschulen erhalten jährlich zusätzliche
42Millionenbeträge für solche Projekte. Damit fehlt die Breitenwirkung in der deutschen
43Hochschullandschaft.


Achtung: Die Darstellung des gezeigten Antrags erfolgt als reine Vorschau. Verbindlich ist der Antragstext im offiziellen Antragsbuch zum 77. Landeskongress vom 09. bis 10. März 2019 in Osnabrück.